Wie ticken die Mitarbeiter von morgen?

Wenn der Mittelstand im „war for talents“ nicht ins Abseits geraten will, muss er sich schon an Schulen besser präsentieren. Das hat eine Umfrage der junior Management School (jMS) ergeben.

Viele Schüler träumen demnach vom Berufseinstieg in einem Großunternehmen (63 %), nur 14 % zieht es zu kleinen und mittleren Betrieben. Der Grund ist unter anderem: Unwissenheit. Rund ein Fünftel der Befragten gestand, sich über die Unterschiede zwischen großen und kleinen Arbeitgebern nicht ausreichend informiert zu fühlen. Die Autoren der Studie sehen bei regionalen Arbeitgebern einen großen Handlungsbedarf: „Wenn der Mittelstand angesichts des demografischen Wandels im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte bestehen will, muss er sich den Schülern besser präsentieren“, fordert beispielsweise Karsten Löffler von der jMS. Vielen Befragungsteilnehmern sei nicht bewusst gewesen, dass man in kleineren Firmen oft schon sehr früh Verantwortung übernehmen könne.

Aber wie soll der Mittelstand dieser Forderung nachkommen? Drei Viertel der Befragten halten außerschulische Angebote für das richtige Mittel. Durch Praktika und Planspiele könnten Firmen weitaus wirksamer auf sich aufmerksam machen als beispielsweise auf Berufsmessen – die lediglich 35 % der Befragten als sinnvoll erachten. Der Schluss: Als potenzieller neuer Arbeitgeber der High Potentials von morgen muss man den motivierten und engagierten Nachwuchs dort abholen, wo er sich aufhält: bereits in der Schule.

Ein Beispiel dafür, wie das funktionieren kann, gibt das TOP 100- und TOP JOB-Unternehmen SBS-Feintechnik GmbH & Co. KG aus Schonach. Der Antriebsspezialist der BURGERGRUPPE engagiert sich bereits seit etlichen Jahren in der Haupt- und Werkrealschule am Ort, um potenzielle Auszubildende möglichst früh an sich zu binden. Abiturienten können duale Studiengänge belegen, die das Theoretische eng mit der Betriebspraxis verbinden. Regelmäßig sitzen die SBS-Ausbildungsleiter mit den Lehrern zusammen. Die Techniklehrer schauen sich als „Praktikanten“ die Arbeit im Unternehmen an, BURGER schickt im Gegenzug seine Mitarbeiter in die Schulen. Studenten aus dem Betrieb üben mit den Schülern, wie man sich richtig bewirbt, sie stellen ihre Berufe vor und lassen die Nachwuchskräfte ein Produkt anfertigen. Mit Erfolg: „Wir bekommen ausreichend Bewerbungen aus dem Ort und der Region, selbst von Abiturienten“, so Geschäftsführer Thomas Burger.