Tücken der internen Bewerbung - Mehr Geld beim Wechsel des Jobs

Oft finden Arbeitnehmer die interessantesten Stellen innerhalb des eigenen Unternehmens. Doch bei einer internen Bewerbung gilt es, einige Punkte genauestens zu beachten. Fakt ist: Wer zwei oder drei Jahre in einer Position gearbeitet hat, wünscht sich mitunter eine neue Herausforderung. Viele Arbeitnehmer hadern dabei nicht grundsätzlich mit dem eigenen Unternehmen. Die Lösung bietet ein interner Stellenwechsel, zu dem jedocheiniges an Klärungsbedarf besteht, wie auch eine Diskussionsrunde bei gutefrage.net.

Alles richtig machen bei der internen Bewerbung

Bei einer internen Bewerbung genießt der Bewerber zwar einen Heimvorteil, sollte sich jedoch genauso sorgfältig vorbereiten, als würde er das Unternehmen wechseln. Nicht zuletzt weil jedes Unternehmen eine eigene Versetzungskultur hat. Große Unternehmen wissen mittlerweile, dass sie gute Mitarbeiter an sich binden, indem sie ihnen auch Aufstiegs-und Karrierepläne anbieten. Rund 20 Prozent der Unternehmen weltweit besetzen offene Stellen intern. Mitarbeiter aus dem eigenen Haus haben dadurch durchaus Vorteile. Je größer das Unternehmen, desto weniger kennen sich Bewerber und Arbeitgeber in der Regel bevor sie im internen Bewerbungsgespräch aufeinander treffen. Darum sollten auch solche Bewerbungsunterlagen so vollständig sein wie bei jeder externen Bewerbung. Das Dilemma bei internen Bewerbungen besteht darin, dass der Bewerber, sofern er erfolglos ist, einen Gesichtsverlust erleidet. Zudem outet er sich als unzufrieden mit der eigenen Position und wird womöglich nicht mehr in die langfristige Planung miteinbezogen. Vorgesetzte und Kollegen sollten dennoch von den Bewerbungsabsichten informiert werden. Die Personalabteilung wird sowieso bei jedem Bewerber Rücksprache mit der jeweiligen Führungskraft halten. Außerdem sollte der interne Bewerber es möglichst vermeiden, schlecht über Kollegen am neuen Platz zu reden oder einen chaotischen Arbeitsplatz zu hinterlassen. Das wirft einen Schatten voraus. Doch auch bei den Gehaltsverhandlungen nach einem internen Jobwechsel gibt es Tücken. Darauf zu warten, dass die neue Stelle automatisch besser bezahlt wird, ist müßig. Da ist es schon besser, den neuen Vorgesetzten um ein Gespräch zu bitten, und ihm zu zeigen, wie der Arbeitnehmer ihn und seine Abteilung voranbringt. Das Reizwort, welches es zu vermeiden gilt, ist Gehaltserhöhung. Stattdessen lässt es sich besser mit „Gehaltsanpassungen“ argumentieren. Schließlich, und das gilt es zu beweisen, ist der Arbeitnehmer eine Investition, die sich auszahlt. Gute Argumente bestehen darin, aufzuzeigen, in welchen Punkten die neue Position anspruchsvoller ist als die bisherige und welche besonderen Qualifikationen der Arbeitnehmer mitbringt. Die Gehaltsforderungen sollten so angesetzt werden, dass der Arbeitgeber sie um ein Drittel nach unten handeln kann. Es hilft auch, im Kopf ein Minimalziel zu haben oder alternative Vergütungsmodelle. Bei erbittertem Widerstand bleibt immer noch die Frage, was der Arbeitnehmer denn leisten müsste, um eine Gehaltsanpassung in der angesprochenen Höhe zu bekommen, rät spiegel.de.

Um das Gehalt verhandeln

Nur ein Drittel der Arbeitnehmer traut sich, nach mehr Geld zu fragen. Dabei zeigt ein engagierter Arbeitnehmer doch damit auch, dass er bereit ist, für das eigene Interesse einzustehen. Bei einem Bewerber wird in der Regel der Arbeitgeber das Thema Geld anschneiden. Dabei lohnt es sich immer über ein Jahresbrutto zu sprechen. Das besteht aus einem Grundgehalt und den Zulagen. Arbeitnehmer sollten immer etwas mehr angeben als gewünscht. Gute Argumente für ein Gehalt sind die positionsrelevante praktische Erfahrung und die Branchenkenntnis. Gehaltsverhandlungen begleiten jeden Arbeitnehmer ein Leben lang. Sie beginnen mit dem ersten Arbeitstag und mit gezieltem Selbstmarketing sowie der Fähigkeit, die eigene Leistung und Person dauerhaft sichtbar zu machen im Job. Ein jährliches Mitarbeitergespräch bietet sich an, um über eine Gehaltsanpassung zu sprechen. Gehaltsverhandlungen können trainiert werden. Vor dem entscheidenden Gespräch sollte der Arbeitnehmer die eigenen Ziele und die Position des Gegenübers visualisieren. Mit einem Bekannten kann diese Situation durchgespielt werden. Drei Dinge müssen vor dem Gespräch klar sein: Das Minimalziel, die Maximalsumme und Alternativziele. Vorgesetzte werden immer Einwände gegen eine Gehaltsanpassung haben, diese sollten jedoch nur als eine Einleitung für die Verhandlungen gesehen werden und es gilt, hartnäckig zu bleiben. Es geht doch schließlich darum, wie das Unternehmen die Leistung wahrnimmt, Die eigenen Stärken sollten in den Vordergrund gerückt werden und die Leistungen anhand klarer Beispiele belegt werden können. Zudem sollte der Arbeitnehmer seinen Marktpreis kennen.

Gehaltssprünge

Arbeitnehmer lieben Gehaltssprünge. Zeigen sie doch, wie die Leistung, die erbracht wurde, im Unternehmen anerkannt wird. Anerkennung erzeugt Loyalität dem Unternehmen gegenüber. Gehaltsanpassungen sollten auch ohne Wechsel des Arbeitgebers möglich sein. Allerdings wird es nie einen echten Gehaltssprung innerhalb des gleichen Unternehmens geben. Die fangen erst bei 10 Prozent mehr Lohn an. Doch wenn der Arbeitnehmer plötzlich ein Plus an Leistung erbracht hat oder mehr Verantwortung übernommen wurde, eine besondere Qualifikation erworben wurde oder ein aufwändiger Lehrgang absolviert worden ist, dann sollten die Kosten und Mühen auch honoriert werden. Der häufigste Fall für eine Gehaltsanpassung ist eine Beförderung. Mitarbeiter, die sich bewährt haben, bekommen eine verantwortungsvollere Aufgabe und dann sind durchaus 50 Prozent mehr an Gehalt möglich. Gehaltssprünge bei einem Arbeitgeberwechsel sind weniger selten. Meist steigt der Arbeitnehmer dabei auf.

Wenn Spitzenverdiener einen neuen Job suchen

Wer richtig viel verdient, wird bei einem Jobwechsel die größten Schwierigkeiten haben, einen ähnlichen Lohn wie zuvor zu erhalten. Damit ist das Gehalt die Hürde, die der andere Arbeitgeber nicht überspringen will. Viele Großverdiener sitzen in einem goldenen Käfig fest. Hochqualifizierte Führungskräfte, die nach dem Studium mit 40.000 Euro jährlich eingestiegen sind und nach zwei oder drei Wechseln schon bei 90.000 € lagen, überschreiten schnell die magische 100.000er Grenze. Schnell verdient ein CEO 200.000-250.000 Euro jährlich. Wenn diese Arbeitnehmer wechseln wollen, wird die Fallhöhe hoch sein. Da gilt es, den Lebensstandard anzupassen. Gut durchdachte Argumente helfen dabei, sich gegen Sätze wie „Sie sind ja überqualifiziert“ oder „Wieso wollen Sie denn keine Führungsposition mehr bekleiden?“ durchzusetzen. Offenheit ist hierbei das Zauberwort bezüglich der Motivation für den Arbeitsplatzwechsel. Zudem besteht die Möglichkeit, ein niedriges Fixgehalt und variable Beteiligungen auszuhandeln. Gerade in hohen Positionen sollte der Arbeitnehmer sich verdeutlichen, dass ein finanzieller Rückschritt nicht gleichzustellen ist, mit einem persönlichen oder beruflichen Scheitern. Dies kann oft der Schlüssel sein, der die Tür des goldenen Käfigs öffnet.

 

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