Pausenkultur 2012

Warum die kleinen Pausen so wichtig sind oder Die Espressostrategie

In Deutschland sind Pausen gesetzlich geregelt und doch schaffen es laut einer Umfrage des Karriereportals Monster rund 40 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nicht, diese einzuhalten. Aufgrund von personellen Engpässen ist das Arbeitspensum stark angestiegen und in Folge wird immer häufiger auf die notwendige Erholungspause verzichtet.

Die kleine Pause - ein Auslaufmodell? Kurze Pausen sollten der Erholung und der Interaktion mit Kollegen dienen und damit positiv zur Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und zum Arbeitsklima beitragen. Zu große Arbeitsbelastung, fehlende Wertschätzung, schlechtes Betriebsklima sowie fehlende oder schlechte Kommunikation sind häufige Auslöser für Stresskrankheiten und können zum BurnOut führen.

Viele Krisen und Fehler gäbe es nicht, wenn wir uns daran erinnern würden, dass das menschliche Gehirn genauso abschalten muss, wie der Körper. „In den Pausen verschaltet sich unser Gehirn neu. Dann wird verarbeitet, was wir gelernt oder in Meetings besprochen haben“ so Hans Kreis, Leiter der Unternehmensberatung imaco, Coach und Buchautor der „Espressostrategie“ vom Kamphausen Verlag.

Es stellen sich sogleich die Fragen: Was kostet eine kurze Atempause gegen manchen großen Leichtsinnsfehler? Außerdem: Wer steht am meisten in der Gefahr sich verausgaben?

HK(Hans Kreis): Menschen, die sich zu sehr selbst unter Druck setzen durch Perfektionismus, zu hohe Ziele, zu hohe Ansprüche - und diejenigen, die sich zu sehr unter Druck setzen lassen, weil sie ihre Grenzen nicht zeigen, nicht Nein sagen können oder zu wenig nach ihren Werten leben.

Frage: Inmitten vom täglichen Leistungsdruck, Fusionen oder Branchenkrisen - kann man da guten Gewissens ausgerechnet zu Pausen raten?

HK (Hans Kreis): Gerade in Zeiten, in denen es mehr denn je darauf ankommt, sein Bestes zu geben, brauchen wir unsere volle Leistungskraft. Wir kennen das von unserem Auto: Wenn wir immer nur Vollgas fahren, ohne uns um das Auto zu kümmern, streikt es irgendwann. Das kommt dann meist teuerer als eine kleine Rast. Hans Kreis: „So ist es doch auch beim Menschen. Wenn meine Kunden in den Workshops tagelang pausenlos nach guten Ideen jagen, können wir am Ende erkennen, wie unproduktiv wir ohne diese kleinen Pausen waren. Neurobiologen wie Prof. Bauer aus Freiburg weisen darauf hin, dass wir überhaupt nicht in der Lage sind, pausenlos zu arbeiten. Wir machen dann oft die klassischen Leichtsinnsfehler, die meist mehr kosten als eine kleine Pause.

Was kostet also eine kurze Atempause gegen manchen großen Leichtsinnsfehler? Es geht nicht nur um die Kaffeepause, sondern um eine neue Haltung zu sich selbst, zum anderen und zur Gemeinschaft. Das Zauberwort dafür heißt Wertschätzung. Wertschätzung ist nach wie vor der beste Weg um Menschen zu Höchstleistungen zu bringen.

Frage: Heißt das: wer sich selbst nicht wertschätzt, kann weniger leisten und führt schlechter?

HK (Hans Kreis): Genau; bei der Besetzung von Führungspositionen geht es um die vier Schlüsselkompetenzen: Selbstführung, Managementführung, Mitarbeiterführung und erst dann um Strategieführung.

Wer bei der ersten Kompetenz, der Selbstführung, schon versagt, ist nicht zum Chef geeignet. Sich selbst führen lernen, heißt unter anderem, sich und sein Potenzial zu kennen, mit all seinen Stärken und Schwächen. Wer weiß, dass er auf Grund starker Minderwertigkeitskomplexe zur Selbstausbeutung neigt, ist gut beraten, an seiner Selbstwertschätzung zu arbeiten.

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Das glückt sehr gut mit der Medizin der kleinen Pausen. Ich muss es nicht mehr beweisen, dass ich der Wichtigste Mitarbeiter im Unternehmen bin. Wer gelernt hat, mit sich selbst achtsamer und ruhiger umzugehen, der ist nicht nur effizienter und kreativer, sondern auch reif für die nächste große Führungskompetenz, die Führung seines Teams. Für dieses Team gelten dann die gleichen Spielregeln wie für den Chef, sonst ist der Chef kein Motivator und erst recht kein Inspirator.

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