"Hey Boss, ich brauch mehr Geld"

Durch die Krisenjahre bedingt trauen sich viele Angestellte nicht um eine Gehaltserhöhung anzufragen. Mit den richtigen Argumenten lässt sich auch diese Aufgabe meistern.

Feuchte Hände, erhöhter Puls, Schweißausbruch. Diese Faktoren kommen unweigerlich ins Spiel, wenn man vor der Tür des Chefs auf den vereinbarten Termin wartet. Dabei soll es um das Geld gehen, konkret um eine Gehaltserhöhung. Angesichts der Krisenjahre trauen sich aber derzeit nur wenige Angestellte diesen Schritt zu. Wichtig ist, dass man die richtigen Argumente parat hat, die eine Gehaltserhöhung rechtfertigen. Das Jobportal Monster hat einige Punkte erhoben, auf die es in einem solchen Gespräch ankommt.

Wert beweisen: Das sollte der erste Schritt in Gehaltsverhandlungen sein. Der Mitarbeiter sollte klar darlegen können, warum eine Erhöhung gerechtfertigt ist. Das ist beispielsweise die Erklärung, wie er zum Gesamterfolg der Firma beigetragen hat oder welche Projekte erfolgreich und gewinnbringend zum Abschluss gebracht wurden.

Vertagen der Verhandlung: Wenn der Arbeitgeber zwar den Beitrag für die Firma anerkennt, aber zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Geld zahlen kann, sollte sich der Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens schriftlich zusichern lassen, oder direkt mit dem Vorgesetzten einen neuen Gesprächstermin für weitere Verhandlungen in absehbarer Zukunft festlegen.

Alternativen aufzeigen: Wenn es mit einer materiellen Verbesserung nicht klappt, lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Das Unternehmen könnte zahlreiche andere Angebote machen, die das Arbeitsleben verbessern: flexible Arbeitszeiten, ein Tag Home-Office pro Woche, Studiengebühren, die von der Firma übernommen werden oder ein Sabbatical. Gegebenenfalls kann auch mehr Verantwortung oder ein neuer Aufgabenbereich eine Belohnung sein.

„Als wesentlicher Bestandteil des Unternehmenserfolgs sind die Mitarbeiter in den Firmen hoch geschätzt,“ betont Barbara Wiesinger, Country Manager und Sales Director von Monster Austria. „Um den Verlust eines loyalen Arbeitnehmers vorzubeugen, nutzen die Unternehmen neben stufenweisen Gehaltserhöhungen auch diverse andere Maßnahmen, die den Arbeitsalltag erleichtern.“

Fakten im Vorfeld klären

Allerdings gibt es rein rechtlich auch manche Irrtümer, über die man Bescheid wissen sollte, ehe man in Gehaltsverhandlungen tritt. So gibt es etwa keinen gesetzlichen Anspruch auf regelmäßige Gehaltserhöhungen. Im Angestellengesetz ist bloß von einem „angemessenen Entgelt“ die Rede. Allerdings gibt es in der Regel jährliche Erhöhungen der Mindestkollektivvertragsgehälter oder teilweise der Istgehälter. Dies bedeutet, dass das Mindestgehalt jedes Dienstnehmers, unabhängig von der Berufsgruppe, erhöht werden. Auf derartige Gehaltserhöhungen haben Dienstnehmer auch einen Rechtsanspruch.

<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&bc1=FFFFFF&IS2=1&nou=1&bg1=FFFFFF&fc1=000000&lc1=1e8ac8&t=1internetfurgewe&o=3&p=8&l=as4&m=amazon&f=ifr&ref=ss_til&asins=3406608396" style="width:120px;height:240px; float: right; padding: 0 0 15px 20px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe>

Differenzierter ist die Sache bei Überzahlungen. Hier kommt es auf die Bestimmungen des jeweiligen anwendbaren Kollektivvertrags sowie den Dienstvertrag an. In manchen Kollektivverträgen gibt es Bestimmungen, wonach Überzahlungen der kollektivvertraglichen Mindestgehälter in ihrer euromäßigen Höhe gegenüber den erhöhten kollektivvertraglichen Mindestgehältern aufrechtzuerhalten sind. Enthält hingegen weder der Kollektivvertrag noch der Dienstvertrag eine derartige Verpflichtung zur Aufrechterhaltung von Überzahlungen, so sind sogenannte Aufsaugungen zulässig, das heißt, die Gesamthöhe bleibt gleich.

Nicht möglich ist es zudem, Kollektivvertragserhöhungen durch Erhöhung der Sachbezüge umzusetzen. Sachzuwendungen, wie etwa Dienstwagen sind zwar als Entgelt zu qualifizieren. Die Kollektivvertragsgehälter stehen allerdings „in Bargeld“ zu.