Personalwirtschaft

auch: Personalmanagement, Personalwesen

engl.: Human Resource Management

Olfert

Die Personalwirtschaft ist die Gesamtheit der mitarbeiterbezogenen Gestaltungs- und Verwaltungsaufgaben im Unternehmen. Ihre Träger sind die betrieblichen Führungskräfte und die Personalabteilung als Organisationseinheit, die häufig auch als Personalwesen bezeichnet wird. Die Personalwirtschaft wird vielfach mit dem Personalmanagement oder Personalmarketing gleichgesetzt.

Die Personalwirtschaft umfasst:

Die Personalwirtschaft sollte zwei Prinzipien gerecht werden:

  • Dem Wirtschaftlichkeitsprinzip, das auch ökonomisches Prinzip genannt wird. Dabei soll ein möglichst günstiges Verhältnis zwischen dem Personalaufwand und dem daraus resultierenden Personalertrag erzielt werden. Ebenso wird nach einer günstigen Relation zwischen Personalkosten und Personalleistung gestrebt, um die Ziele des Unternehmens zu erreichen.
  • Dem Humanitätsprinzip, das den Menschen in den Mittelpunkt des betrieblichen Leistungsprozesses stellt. Dieses Bestreben zeigt sich z. B. in menschengerechten Arbeitsbedingungen und kooperativem Führungsstil.

Vahlen

Zusammenfassung aller Maßnahmen und Entscheidungen personalwirtschaftlicher Art, die als integrierter Bestandteil des gesamten Managementprozesses in einem Unternehmen betrachtet werden.

Ziel des Personalmanagements ist die effiziente Verwendung und Weiterentwicklung der Ressource Humankapital im Hinblick auf die Unternehmensziele. Eine inhaltliche Beschreibung von Personalmanagement enthält gemäß Berthel (2003) sowie Scholz (2000) im Wesentlichen folgende personalwirtschaftliche Felder:

  • Personalbedarfsbestimmung: Personalkategorienbezogene Ermittlung des für die vorgesehenen Aktivitäten benötigten qualitativen und quantitativen Niveaus an Human Resources.
  • Personalbestandsanalyse: Ermittlung des aktuell vorliegenden qualitativen und quantitativen Niveaus der Human Resources.
  • Personalbeschaffung: Deckung von Lücken zwischen Personalbedarf und aktuellem Personalbestand durch die Akquisition von Mitarbeitern aus dem externen, eventuell auch dem internen Arbeitsmarkt.
  • Personalentwicklung: Anpassung des aktuellen qualitativen Bestands an Human Resources an das Soll-Niveau durch Training, Ausbildung und Weiterbildung.
  • Personalfreisetzung: Bei einem quantitativen Bestands an Human-Resources wird zum Beispiel durch Entlassung eine Deckung von Soll- und Ist-Bestand herbeigeführt.
  • Personaleinsatz: Zuordnung der vorhandenen Mitarbeiter zu organisatorischen Stellen um die jeweiligen Stellenaufgaben zu erfüllen.
  • Personalführung (-> Mitarbeiterführung): Die hierarchische Ordnung der Stellen erfordert Führungskräfte mit Weisungs- und Entscheidungsbefugnissen, die mithilfe von Führungsinstrumenten die untergeordneten Mitarbeiter koordinieren.

In jedem Feld sind inzwischen eine Vielzahl von Methoden und Instrumenten entwickelt worden, um die jeweiligen Probleme zu lösen. Das Feld Personalführung macht deutlich, dass Personalmanagement nicht einzig Aufgabe einer Personalabteilung ist. Den Linieninstanzen kommt je nach gewählter Organisationsstruktur, innerhalb derer die personalwirtschaftlichen Leistungen erbracht werden (-> Organisation der Personalarbeit), eine mehr oder weniger wichtige Rolle zu.

Eine Vielzahl von Einflussfaktoren auf Inhalt und Art des Personalmanagements können identifiziert werden: Marktliche Entwicklungen, die Dynamik der Technologien, aber auch Veränderungen in der Organisationsstruktur des Unternehmens, Internationalisierungsstrategien und vor allem auch ein Wandel in den Werten und Einstellungen führen zu einer hohen Veränderungsrate bei den Einflussfaktoren auf das Personalmanagement. Entsprechend müssen sich Inhalte und Instrumente des Personalmanagements anpassen.